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21. März 2006

Sexualwissenschaft an der Frankfurter Universität noch immer akut bedroht –

Minister Corts und Universitätsleitung müssen endlich handeln

Eine „Schließung durch das Hinauszögern notwendiger Entscheidungen“ sehen die wissenschaftspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Sarah Sorge, und der gesundheitspolitische Sprecher der GRÜNEN IM RÖMER, Stefan Majer, nach einem Besuch des von der Schließung bedrohten Instituts für Sexualwissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. DIE GRÜNEN appellieren an den zuständigen Minister Corts (CDU) und an die Leitungsgremien der Universität, endlich eine tragfähige Lösung für ein Weiterbestehen des Institutes herbeizuführen. „Wir waren entsetzt, bei unserem Besuch des Institutes zu hören, dass außer ergebnislosen Sitzungen und dem ‚Absetzen’ von Problem von der Tagesordnung nichts passiert ist – und das obwohl von Seiten der Sexualwissenschaftler alle notwendigen Unterlagen für eine Ausschreibung der Nachfolge von Prof. Sigusch geliefert wurden“, erklärt Sarah Sorge. Der bundesweite Proteststurm gegen die mögliche Schließung des Instituts hatte die Leitung der Universität bekanntermaßen dazu bewogen eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die eine Lösung – eventuell auch außerhalb des Fachbereichs Medizin – erarbeiten soll.

Stefan Majer zeigt sich insbesondere besorgt um die Zukunft der Ambulanz und der dort versorgten Patientinnen und Patienten. „Bereits zum Sommer diesen Jahres müssen Rat und Behandlung suchende Patientinnen und Patienten der Ambulanz weggeschickt werden, wenn eine Weiterfinanzierung dieser Stellen nicht gesichert ist. Dies ist angesichts der oft dramatischen Probleme der betreffenden Personen völlig unannehmbar.“ Die für Behandlung von Patientinnen und Patienten mit sexuellen Störungen zuständige Ambulanz des Instituts wurde 1975 eingerichtet und bildet für einen sehr weiten Einzugsbereich den einzigen Ort für die Stellung von komplexen Indikationen, für konsiliarische Anfragen, für besonders schwierige Therapien sowie für „Therapieversager“; sie stellt somit die Voraussetzung und komplementäre Ergänzung für das dünne Netz niedergelassener Therapeuten und Ärzte dar, die solchen Fragestellungen überhaupt gewachsen sind.

Majer und Sorge freuen sich über die Unterstützung der Landesmitgliederversammlung der hessischen GRÜNEN, die am Sonntag, dem 19. März. 2006 einen Antrag zum Erhalt der Sexualwissenschaft an der Frankfurter Universität ohne Gegenstimmen angenommen hat.

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