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25. April 2006

GRÜNE: Finger weg von Gentechnikversuchen im Freiland

"Wir halten den Freilandversuch zu Forschungszwecken der Universität Giessen mit gentechnisch veränderter Gerste für unnötig", kommentiert Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die gestern bekannt gewordenen Pläne der Hochschule, einen Versuch mit gentechnisch veränderter Gerste zu starten.

"Über 70 Prozent der Verbraucher in der Bundesrepublik lehnen Gentechnik in der Landwirtschaft und in Lebensmittel ab, die Landwirte wollten keine gentechnisch veränderten Saaten auf ihren Feldern ausbringen. In den USA hat sich seit Jahren gezeigt, dass der Pestizidverbrauch durch den Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen nur anfangs leicht sinkt, dann aber wieder drastisch ansteigt. Die viel beschworenen positiven Umwelteffekte gibt es beim Einsatz der Gentechnik nicht. Das ist längst bewiesen."

Der Abgeordnete bezweifelt auch, ob eine gentechnisch veränderte Gerstensorte überhaupt eine Chance am Markt haben könnte. "Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Deutschen, die größten Wert auf die Reinheit ihres Bieres legen, sich eine gentechnisch veränderte Braugerste unterjubeln lassen. Deshalb kann man der Uni Giessen nur empfehlen, ihre Kapazitäten in sinnvollere Projekte zur Verbesserung der Pflanzengesundheit und des Umweltschutzes zu stecken."

Auch die hochschulpolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion, Sarah Sorge, äußert ihr Unverständnis über die Strategie der Hochschule. "Es ist klar, dass es bei der Gentechnik eine breite Ablehnung in der Bevölkerung gibt und Proteste vorprogrammiert sind. Wissenschaft ist zwar neuen Erkenntnissen verpflichtet, aber insbesondere solchen, die der Gesellschaft einen Gewinn bringen. Dies ist bei der Agrogentechnik nicht der Fall. Deshalb empfehle ich der Uni Giessen von diesem Gentechnikversuch im Freiland, Abstand zu nehmen. Wir fordern die Universität auf, ihre Forschungen auf Themen zu konzentrieren, die gesellschaftlich nötig sind und einen wirklichen Nutzen versprechen."