Sarah Sorge , MdL

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5. Mai 2006

GRÜNE lehnen Studiengebühren ab

Die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sieht die heute von Wissenschaftsminister Corts (CDU) vorgeschlagenen Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester als kontraproduktiv für den Wissenschaftsstandort an. "Hessen braucht mehr und nicht weniger Studierende. Durch die Einführung von Studiengebühren werden Studieninteressierte abgeschreckt. Allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz wird es eine soziale Auslese geben. Für bildungsferne und sozial benachteiligte Schichten ist die notwendige Verschuldung eine psychologische Hemmschwelle vor der Aufnahme eines Studiums", kritisiert die wissenschaftspolitische Sprecherin der GRÜNEN, Sarah Sorge. Zudem habe sich herausgestellt, dass die Studiengebühren bis zu 1500 Euro betragen können.

"Auch aus volkswirtschaftlichen Gründen brauchen wir mehr Menschen mit akademischer Ausbildung. Die Landesregierung ist daher in der Pflicht, möglichst vielen jungen Menschen ein Studium und gute Studienbedingungen zu ermöglichen. Statt immer wieder nach Wegen zu suchen, die Studierenden an der Finanzierung zu beteiligen, muss der Minister sich an die eigene Nase packen und endlich für eine angemessene Ausstattung der unterfinanzierten Hochschulen sorgen."

DIE GRÜNEN kritisieren zudem, dass das Gebührenmodell des Wissenschaftsministers zu einem hohen Verwaltungsaufwand führt. Die Bearbeitung der sozialen Ausgleichsregelungen zusammen mit den Ausfallkosten ließen auch aus diesem Grund an der Sinnhaftigkeit der Gebühren zweifeln.

Zudem müssten die Studierenden auch noch neben ihrem Studium für ihren Lebensunterhalt sorgen und verschuldeten sich oft zusätzlich durch die Inanspruchnahme von Geld nach dem BaföG. Dies führe bei einer unsicheren Arbeitsmarktlage und in einer Lebenslage, in der die Gründung einer Familie erwartet werde, für die jungen Akademiker zu einem mit hohen Schulden belasteten Start in das Berufsleben.

 

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