Bündnis 90/Die Grünen

PRESSEMITTEILUNG


Datum: 1. Juni 2006

Südostasienwissenschaften in Frankfurt

Corts muss zu seinem Wort stehen

In einer Presseerklärung vom 09.12.2005 hatte Wissenschaftsminister Udo Corts noch behauptet, dass alle Wissenschaften, die von der Zusammenlegung in regionalwissenschaftliche Zentren betroffen seien, erhalten blieben: "Die vorhandenen Wissenschaften bleiben alle in Hessen erhalten. Sie werden an einzelnen Standorten gebündelt und ausgebaut."

Nach Presseberichten will nun das Wissenschaftsministerium nichts mehr von diesen Zusagen wissen. Das Ministerium wird damit zitiert, dass die Zentrenbildung alleinige Angelegenheit der Hochschulen sei und er deshalb keinen Grund sehe einzugreifen. "Wir fordern Wissenschaftsminister Corts auf, seine Versprechen gegenüber den Hochschulen zu halten", so Sarah Sorge, Wissenschaftspolitische  Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen im Hessischen Landtag. "Der Schlingerkurs des Wissenschaftsministers treibt immer weitere Blüten und beeinträchtigt die Hochschulen in ihrer Planungssicherheit. Es wird immer wieder deutlich, dass Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU) kein Interesse an einer geplanten Entwicklung der Hochschulen hat."

Auch die Halbwertzeit von Zusagen des Wissenschaftsministers wird immer geringer. Schon beim mehrfachen Bruch des Hochschulpaktes mussten die Universitäten und Fachhochschulen bitter erfahren, dass Versprechen aus dem Wissenschaftsministerium nicht das Papier wert sind auf das sie geschrieben wurden. Mit dem neuerlichen Bruch der Vereinbarung ist  ein weiterer Tiefpunkt erreicht. "Durch dieses Vorgehen beschädigt Wissenschaftsminister Corts leichtfertig das Vertrauen der Hochschulen in die Wissenschaftspolitik in Hessen",  so Sarah Sorge.

Die Grünen warnen davor die große Herausforderung vor der die Universitäten und Fachhochschulen stehen auf die leichte Schulter zu nehmen. "Die Hochschulen stehen vor einem nie da gewesenen Transformationsprozess. Das letzte was sie brauchen ist ein Wissenschaftsminister auf dessen Wort man sich nicht verlassen kann", so Sorge

Darüber hinaus halten wir die Schließung des Institutes für Südostasienwissenschaften für falsch. Das verheerende Erdbeben und die Tsunami-Katastrophe haben gezeigt, dass der Raum Indonesien, Thailand, Malaysia und Singapur weiter unsere Hilfe braucht. Die Ausbildung in der Sprache und Kultur dieses Raumes sind dabei von besonderer Relevanz. "Die Schließung bleibt unter diesen Gesichtspunkten noch unverständlicher", so Sorge abschließend.