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2. Oktober 2006

Jurastudierende

Landesregierung sorgt für Verlängerung der Studienzeit

Die Landesregierung wendet sich gerne mit Appellen für ein zügiges Studium an Studierende und Hochschulen. Eine Anfrage der hochschulpolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Sarah Sorge, an die Landesregierung ergab hingegen, dass sie es in ihrer eigenen Verantwortung mit der kurzen Studienzeit nicht so ernst nimmt: Das vom Hessischen Justizminister Banzer (CDU) organisierte erste juristische Staatsexamen, das mit der Anmeldung im Juli 2006 begann und voraussichtlich im Juli 2007 enden wird, erstreckt sich über drei Semester. Das ist ein Drittel der Regelstudienzeit dieses Studiengangs und damit dreimal mehr als in den Studienplänen vorgesehen. Wiederholer werden insgesamt fünf Semester in der Prüfungsphase benötigen.

"Das ist der blanke Hohn", kommentiert Sarah Sorge. "Minister Banzer beruft sich darauf, dass wegen des Ablaufens einer Übergangsfrist besonders viele Studierende den Abschluss machen. In den letzten Jahren war die Prüfung aber kaum kürzer. Außerdem war es angesichts der Übergangsfrist absehbar, dass zu diesem Termin viele Studierende im Verfahren sein werden", kritisiert Sarah Sorge. "Da hätte Banzer Vorsorge treffen können."

Sehr ärgerlich findet Sarah Sorge, wie Studierende behandelt werden, die besonders schnell studiert haben und daher einen so genannten Freischuss machen. Freischuss bedeutet, dass die Studierenden alle Prüfungsteile zweimal absolvieren können und sich dann die bessere Gesamtnote aussuchen können. Das Justizministerium besteht nach Erkenntnissen der GRÜNEN darauf, dass diese Wiederholung erst nach Abschluss des ersten Verfahrens möglich ist. "Auch Freischussstudierende werden somit fünf Semester im Prüfungsverfahren festgehalten", erklärt Sarah Sorge. "Sie können den schriftlichen Teil der Prüfung erst im September 2007 wiederholen. Organisatorisch wäre es aber möglich, sie bei Klausuren mitschreiben zu lassen, die ohnehin im März angeboten werden. Somit wären diese Studierenden statt im Mai 2008 schon in der zweiten Jahreshälfte 2007 fertig."

"Die Landesregierung zeigt einmal mehr, dass sie für die Belange der Studierenden kein Verständnis hat. Wo pragmatische Lösungen gefragt sind, versteckt sie sich hinter ihrer bürokratischen Grundhaltung", zieht Sarah Sorge Bilanz.

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