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2. Juli 2003

LEHRERAUSBILDUNG

GRÜNE verlangen von Landesregierung unverzüglich Gesetzesvorlage

Nachdem ein Gutachten der Frankfurter Universität schlechte Noten für die Lehrerausbildung ausgestellt hat, drängt die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf eine Neukonzeption der Lehreraus- und -fortbildung in Hessen. "Wir sind sicher, dass es nicht nur an der Frankfurter Universität Defizite bei der Lehrerausbildung gibt. Das Studium muss endlich landesweit auf den Stand der aktuellen Anforderungen gebracht werden. Deshalb ist es zu wenig, wenn Kultusministerin Wolff (CDU) und Wissenschaftsminister Corts (CDU) nur unspezifische Eckpunkte für eine Reform der Lehrerausbildung ankündigen, aber auch in dieser Legislaturperiode ein konkreter Gesetzesentwurf noch immer auf sich warten lässt", kritisieren die hochschulpolitische und die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Sarah Sorge und Priska Hinz. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode hatte sich die CDU/FDP-Regierung nicht auf einen Gesetzentwurf einigen können.

DIE GRÜNEN hatten bereits im November 2002 ein umfassendes Konzept zur Reform der Lehrerausbildung vorgestellt. Danach sollen alle Studierenden eine gemeinsame grundständige Ausbildung mit einem starken pädagogischen, psychologischen und didaktischen Anteil erfahren. Vor allem in den Bereichen Methodenlernen, interkulturelles Lernen sowie den sonderpädagogischen und diagnostischen Fähigkeiten soll es ein verbindliches Kerncurriculum geben. Aufgrund der zunehmenden internationalen Ausrichtung von Hochschulabschlüssen ist es sinnvoll, diese Studiengänge entsprechend einem Bachelor/Masterstudiengang zu gliedern. Zudem soll der Praxisanteil während des Studium erhöht werden und die Studienseminare sollen enger mit den Hochschulen kooperieren. Für Quereinsteiger aus Wissenschaft und Wirtschaft soll es ein spezielles Studienangebot geben. Fortbildung ist nach den Vorstellungen der GRÜNEN als ein Teil der Schulentwicklung anzusehen. Die Schulleitungen sind gemeinsam mit den Schulkollegien verpflichtet, eine Fortbildungsplanung zu entwickeln, für die ihnen auch ein Fort Bildungsbudget zugewiesen wird.

"Es liegen Vorschläge zur Reform der Lehrerausbildung vor, die CDU-geführte Landesregierung muss nun wenigstens auf diesem Gebiet schnell konkret werden. Unverbindliche Ankündigungen genügen nicht länger. Diese Regierung führt den Fortschritt an hessischen Universitäten immer nur als Schlagwort im Munde, aber schon die letzte Legislaturperiode verstrich ohne dass irgendetwas geschah. Gerade um die Lehrerausbildung ist es in Hessen schlecht bestellt", kritisieren Priska Hinz und Sarah Sorge.

 

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