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Zur Ankündigung von Ministerpräsident Roland Koch, den Atomausstieg rückgängig zu machen, erklärt die Frankfurter GRÜNEN-Abgeordnete Sarah Sorge:
"Die Forderung des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU), die existierenden Kernkraftwerke über die vereinbarten Restlaufzeiten hinaus weiter zu betreiben, ist unverantwortlich. Die AKWs in Deutschland stellen eine überholte Risikotechnologie dar und dürfen keinen Tag länger als vorgesehen in Betrieb bleiben. Der von den GRÜNEN eingeleitete Atomausstieg ist ohne Alternative und darf nicht rückgängig gemacht werden.
Biblis A und Biblis B sind aktuell nun über 100 Tage vom Netz, ohne dass sich dies in Hessen negativ bemerkbar gemacht hätte. Ein Verzicht auf beide Reaktoren in Biblis ist daher möglich.
Die Energiewende in Hessen, also den Strombedarf ohne Atom, Gas und Kohle zu decken, kann gelingen. Dies zeigt das von der Landtagsfraktion der GRÜNEN vorgestellte Konzept "ZukunftsEnergie für Hessen". Damit wären nicht nur die Risiken für die Bevölkerung durch die störanfälligen Reaktoren von Biblis A und B beseitigt, sondern auch positiv dem Klimawandel entgegengewirkt.
Durch den Einsatz moderner Technologien und einer dezentralen Stromerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung sind eine deutliche Effizienzsteigerung und damit eine erhebliche Senkung des Stromverbrauchs möglich. Die Nutzung von Windenergie, Biomasse, Solarenergie, Wasserkraft und Geothermie soll ausgebaut werden. Zudem muss, initiiert durch politische Vorgaben, ein produktiver Wettbewerb zwischen den Energiekonzernen einerseits und den kommunalen Stadtwerken sowie privaten Stromerzeugern andererseits entstehen. Die Strombezieher werden dadurch unabhängiger von den Energieriesen werden.
Nur der stetige Ausbau regenerativer Energien kann eine Lösung der Energieprobleme mit sich bringen. Durch diesen Ausbau würden auch zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen. Derzeit gibt es in der konventionellen Stromerzeugung 1250 feste Arbeitsplätze, bei einer Umstellung auf erneuerbare Energien werden es bis 2015 etwa 11 500 zusätzliche direkte Arbeitsplätze sein. Die politisch Verantwortlichen und die Energieunternehmen sollten nicht über längere Laufzeiten von Atomkraftwerken nachdenken, sondern die Möglichkeiten erörtern, noch schneller aus der Kernenergieerzeugung mit allen ihren Gefahren auszusteigen."
Die Internetseite "ZukunftsEnergie" mit weitergehenden Informationen hat folgende Adresse:
http://www.gruene-fraktion-hessen.de/cms/default/rubrik/10/10307.zukunftsenergie.htm