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Sarah Sorge (GRÜNE), Vizepräsidentin des Hessischen Landtags, hat gestern zum zweiten Mal zum 'Sommerempfang für Lesben und Schwule in Hessen' in den Musiksaal des Hessischen Landtags geladen und sich über die rege Teilnahme von Vertreterinnen und Vertretern von lesbisch-schwulen Vereinen und Organisationen sowie von Landtagsabgeordneten von SPD, FDP, GRÜNEN und Linkspartei erfreut gezeigt.
"Mit meinem Empfang möchte ich allen Akteurinnen und Akteuren im schwul-lesbischen Bereich meinen herzlichen Dank für ihre wichtige und oft ehrenamtliche Arbeit aussprechen und dazu beitragen, dass Lesben und Schwule in Hessen noch selbstverständlicher wahrgenommen werden", so Sorge.
In ihrer Rede verwies Vizepräsidentin Sorge darauf, dass sie im vergangenen Jahr den wünscht geäußert hatte, dass der Empfang auch dazu beitragen möge, dass "wieder Bewegung in die Politik für Lesben und Schwule in Hessen kommt."
Daher zeigte sie sich erfreut, dass die GRÜNE-Fraktion gleich zu Beginn der neuen Legislaturperiode erneut einen Gesetzentwurf zur 'Anpassung des Landesrechts an das Lebenspartnerschaftsgesetz' eingebracht hat und nun endlich die Chance bestünde, dass der Gesetzentwurf eine parlamentarische Mehrheit findet: "Im Herbst werden wir sehen, wie breit die Mehrheit für die Rechte von Lesben und Schwulen hier im Landtag ist."
Darüber hinaus ging Sarah Sorge u.a. auf die Themen Öffnung der Ehe, Verweigerung des Adoptionsrechts und Homophobie im Fußball ein:
"Das EM-Siegerland Spanien hat mittlerweile, wie anderen Staaten auch, die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet, während wir in Deutschland über das Klein-Klein reden. Gerade am Adoptionsrecht, beziehungsweise an seiner Verweigerung gegenüber Lesben und Schwulen, lässt sich ablesen, was die Gesellschaft von Lesben und Schwulen hält, ob sie auch bereit ist, ihnen Kinder anzuvertrauen."
"Das vielfach homophobe Klima in den Stadien und auf den Fußballplätzen ist ein grobes gesellschaftliches Foul. Es erscheint vielen lesbischen Fußballerinnen und schwulen Fußballern noch immer nicht möglich, zu ihrer sexuellen Identität zu stehen. Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass selbstverständlich auch Spielerinnen und Spieler der Bundesliga homosexuell sind, ebenso wie im Amateurfußball. Ich meine es wäre ganz großes Fairplay, wenn sich im Falle eines Coming-Outs die gesamte Mannschaft und die Fans hinter die homosexuellen Kickerinnen und Kicker stellen und Homophobie öffentlich die Rote Karte zeigen würde", so Sarah Sorge weiter.
An die Politik appellierte Sorge: "Wir brauchen gleiche Rechte statt heißer Luft! Wir brauchen kein Schneckentempo in Sachen Bürgerrechte von Lesben und Schwulen. Wir dürfen hier nicht in der zweiten Liga spielen, sondern wir brauchen eine aufrichtige und handelnde Interessenvertretung!"