
Datum: 14. Mai 2008
"Natürlich sind wir dafür, dass kleine und mittlere Unternehmen dabei gefördert werden, betriebsübergreifende Kinderbetreuung zu organisieren. Und gegen eine Prüfung, ob dafür Mittel aus dem europäischen Sozialfonds genutzt werden können, spricht selbstverständlich auch nichts. Schließlich gibt es extra dafür seit kurzem ein gemeinsames Förderprogramm des Bundesfamilienministeriums und des Europäischen Sozialfonds in Höhe von 50 Millionen Euro", erklärt die Abgeordnete der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Sarah Sorge, in der heutigen Plenardebatte.
"Deshalb ist die zentrale Frage zu dem Antrag der CDU, warum er allein einen Prüfauftrag enthält. Wir alle sind in der Debatte doch schon einen Schritt weiter. Statt Prüfaufträge zu erteilen sollten wir die geschäftsführende Landesregierung auffordern, kleine und mittlere Unternehmen tatsächlich bei Maßnahmen zur Verbesserungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen."
"Das Audit-Verfahren, wie es in hessischen Ministerien und vielen größeren Betrieben bereits läuft, sollte gerade auch für Klein- und Mittelbetriebe ohne großen finanziellen und zeitlichen Aufwand einführbar sein. Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Familienfreundlichkeit von Betrieben reicht allerdings allein die Organisation von Betreuung nicht aus; dazu sind auch andere Maßnahmen, wie beispielsweise flexiblere Arbeitszeitregelung, nötig. Zudem darf sich der Bedarf an Betreuung nicht an der Zahl der Frauen mit Kindern im Unternehmen ausrichten, sondern auch Väter aktiv einbeziehen."
"Wir GRÜNE halten es für sinnvoll, in Kooperation von Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften Leitlinien für eine familienfreundliche Personalpolitik zu erarbeiten. Darüber hinaus sollten regionale Beratungsstellen der Tarifpartner und Kammern Kleine und Mittlere Unternehmen konkret mit Rat und Tat zur Seite stehen. Unbürokratische Hilfe im Einzelfall – das würde der Familienfreundlichkeit auf die Sprünge helfen", ist sich Sarah Sorge sicher.