
Datum: 25. Januar 2010
Die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beantragt eine Anhörung im Landtag über die aktuellen Studien des Mediziners Prof. Dr. Eberhard Greiser zu Gesundheitsgefährdungen die durch Fluglärm verursacht werden. DIE GRÜNEN schlagen vor, diese Anhörung in der Federführung des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses durchzuführen.
"Die Ergebnisse der Studie von Professor Greiser", so die Landtagsabgeordnete der GRÜNEN, Sarah Sorge, "sind alarmierend. Die massiven gesundheitlichen Schäden, die besonders durch Nachtflüge entstehen, dürfen nicht länger übergangen, sondern müssen in die Überlegungen der Landesregierung einbezogen werden."
Verkehrsminister Posch hat heute in der FAZ eine Anhörung abgelehnt. Er erklärte, er wehre sich dagegen, das Thema Gesundheit für politische Zwecke zu emotionalisieren und behauptet zudem, dass weder dem Landtag noch der Landesregierung eine Entscheidungskompetenz zusteht. "Posch will das Thema nicht auf der Tagesordnung haben, weil es ihm nicht passt. Zudem ist es einfach falsch, dass die Landesregierung beim Thema Nachtflüge und Gesundheitsgefahren keine Entscheidungskompetenz hat.
Der Arzt und Epidemiologe Greiser hatte im Auftrag des Umweltbundesamtes eine Studie über die Belastungen durch Fluglärm erstellt. Die Ergebnisse sind alarmierend. Es erweist sich, dass bereits ein Dauerschallpegel ab 40 Dezibel zu einem signifikant höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt.
Der Zusammenhang zwischen Fluglärm und Herz- und Kreislaufkrankheiten hält Prof. Greiser für wissenschaftlich so gut abgesichert, dass man von einem kausalen Zusammenhang ausgehen könnte. Für das erhöhte Krebsrisiko bei Frauen trifft dieses nicht in gleichem Maße zu. Hier hält Prof. Greiser aufgrund der vorliegenden Studien einen Zusammenhang aber für sehr plausibel.
Zudem hat sich herausgestellt, dass insbesondere Nachtflüge für die Gesundheit der Anwohner gefährlich sind. DIE GRÜNEN sehen deshalb dringenden Bedarf, dass die Landespolitik sich mit diesen schwerwiegenden Erkenntnissen befasst. "Man kann jetzt auch seitens der Luftverkehrswirtschaft nicht mehr so tun, als sei alles in Ordnung, obwohl der Flugverkehr nachweislich krank macht. Es muss rasch deutlich mehr zum Schutz der Menschen in Flughafennähe getan werden. Die erste Forderung lautet: Nachtflugverbot jetzt!", so Sarah Sorge.