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Pressemitteilung

6. Mai 2010

Sorge verlegt Stolperstein - Erster Stolperstein in Sachsenhausen

Am kommenden Samstag, den 8. Mai 2010, um 9 Uhr verlegt die Frankfurter GRÜNEN-Abgeordnete und Vizepräsidentin des Hessischen Landtags, Sarah Sorge, gemeinsam mit ihrem Vater die ersten beiden Stolpersteine in Sachsenhausen. Die Steine werden im Gedenken an Selma und Gisela Herpe, die zuletzt in der Textorstraße 79 gelebt haben, vor Ort eingelassen. Insgesamt werden an diesem Wochenende von der Initiative Stolpersteine Frankfurt gemeinsam mit dem Kölner Künstler Günther Demnig 94 neue Stolpersteine in Frankfurt verlegt.

"Als Sachsenhäuserin begreife ich es als eine besondere Ehre, den ersten Stolperstein in Sachsenhausen einzulassen und damit einen Ort der Erinnerung und ein Zeichen gegen die Verbrechen des Nationalsozialismus zu setzen", so Sorge. "Ich bin in der Textorstraße aufgewachsen und mein Vater lebt bis heute dort."

Gisela Herpe und ihre Mutter Selma wurden im Mai 1942 von den Nazis in ein unbekanntes Konzentrationslager in Richtung Osten deportiert. Der Vater und Ehemann der jüdischen Familie starb im Ersten Weltkrieg an den Folgen einer Kriegsverletzung. Mit Ermordung von Selma und Gisela durch die Nationalsozialisten ist die Frankfurter Familie Herpe ausgelöscht worden. 

"An einem Ort, an dem wir Sachsenhäuser täglich gedankenlos vorbei kommen, müssen Selma und Gisela Herpe vor 68 Jahren von den Nazis verschleppt und kurze Zeit später in einem Konzentrationslager ermordet worden sein. Die weit über zwanzigtausend verlegten Steine in vielen europäischen Städten geben den Opfern einen Namen und sind ein wichtiger Schritt gegen das Vergessen."

 

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