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13. Dezember 2005

Verkauf von Unikliniken

GRÜNE: Erhalten Medizinkonzerne die Oberhand?

Die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN warnt davor, dass bei dem nun bereits für Samstag anberaumten Verkauf der Universitätskliniken Gießen und Marburg die Interessen von Medizinkonzernen im Vordergrund stehen könnten. Nach Zeitungsberichten sind der private Krankenhauskonzern Asklepios und der Medizintechnikhersteller B. Braun bzw. die Gesellschaft Helios, die jüngst vom Medizinkonzern Fresenius übernommen wurde, im Gespräch.

"Unabhängig davon, wer am Samstag den Zuschlag erhalten soll, ergibt sich aus den Eigentumsverhältnissen der in Frage kommenden Betreiber eine teilweise bedenkliche Interessenlage. Wenn, wie bei einem der favorisierten Bieter, die Gesellschaft Helios, von einem Medizinkonzern, der Fresenius AG, übernommen wird, liegen doch die Interessen auf dem Tisch. Auch bei einem Verkauf an den Krankenhauskonzern Asklepios und den Medizinhersteller B. Braun sehen wir die gleiche Gefahr. Hier soll augenscheinlich eine Produktionskette von der Herstellung bis zur Anwendung geschaffen werden, so dass in den Kliniken dann nur noch die Produkte von dem einen Hersteller zur Anwendung kommen. Bezahlen würden dies die Patienten und deren Krankenkassen. Wir wollen nicht, dass in Zukunft das teurere Produkt abgerechnet wird, weil es aus dem Konzern kommt, dem die Klinik gehört. Noch viel weniger wollen wir, dass die Patienten das schlechtere Produkt bekommen, weil das bessere Produkt von der Konkurrenzfirma kommt", erklärt die wissenschaftspolitische Sprecherin der GRÜNEN, Sarah Sorge.

Zudem forschen Medizinkonzerne selbst, um in der Entwicklung neuer Medizintechnik an der Spitze zu sein. "Hier besteht eindeutig die Gefahr, dass die Forschung an dem zukünftig privat betriebenen Uniklinikum an wirtschaftlichen Interessen ausgerichtet sein wird. Dies ist ganz klar eine Gefährdung der grundrechtlich geschützten Freiheit von Forschung und Lehre."  

 

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